AGB

ALLGEMEINE GESCHÄFTSBEDINGUNGEN

IgnovaTec  |  Stand: Oktober 2026  |  Gemeinsame AGB für Beratung und Interim-Management

Gültig für Beratung, Interim-Management, Werkleistungen, Workshops, Audits und Vorträge

§ 1  Geltungsbereich

1.    Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „AGB“) gelten für alle Verträge zwischen IgnovaTec, Anton-Scherer-Straße 3a, 77656 Offenburg (nachfolgend „Auftragnehmer“) und seinen Auftraggebern über die Erbringung von Beratungs-, Interim-Management-, Werkleistungs-, Workshop-, Audit- und Vortragsleistungen.

2.    Die AGB gelten ausschließlich gegenüber Unternehmen im Sinne des § 14 BGB. Verbraucherverträge sind ausgeschlossen.

3.    Entgegenstehende oder abweichende Bedingungen des Auftraggebers werden nicht anerkannt, es sei denn, der Auftragnehmer stimmt ihrer Geltung ausdrücklich in Textform zu.

4.    Individuelle Vereinbarungen im Einzelvertrag haben stets Vorrang vor diesen AGB. Bei Widersprüchen gilt folgende Rangfolge: Einzelvertrag, Anlage 1, diese AGB.

§ 2  Leistungsarten und Vertragstypen

1.    Der Auftragnehmer erbringt folgende Leistungsarten:

Beratung und Interim-Management (Dienstvertrag):

Der Auftragnehmer schuldet eine fachgerechte Tätigkeit, nicht einen bestimmten wirtschaftlichen oder sonstigen Erfolg. Empfehlungen ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung und begründen keine Erfolgszusage. Der Auftragnehmer schuldet insbesondere nicht die Umsetzung seiner Empfehlungen durch den Auftraggeber, die Garantie für den Projekterfolg nach Mandatsende oder eine dauerhafte Wissensweitergabe über das Mandatsende hinaus. Beim Interim-Management übernimmt der Auftragnehmer temporär operative Führungsverantwortung als freiberuflich Tätiger im Sinne des § 18 EStG ohne Gewerbebetrieb. Der Auftragnehmer nimmt projektbedingt an Führungsrunden teil und ist vor Ort präsent, soweit dies zur Mandatserfüllung erforderlich ist, ohne dabei der Weisungsbefugnis des Auftraggebers hinsichtlich Zeit, Ort und Inhalt der Tätigkeit zu unterliegen. Der Auftragnehmer ist berechtigt, während der Vertragslaufzeit für weitere Auftraggeber tätig zu sein, sofern keine konkrete Interessenkollision mit dem Auftraggeber entsteht. Der Auftragnehmer bleibt selbständiger Freiberufler ohne Anspruch auf Sozial- oder Nebenleistungen und trägt die volle Verantwortung für seine steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Pflichten. Konstruktions-, Berechnungs- und Planungsleistungen für Produkte, Maschinen oder Anlagen sind nicht geschuldet, sofern sie nicht ausdrücklich im Einzelvertrag vereinbart werden. Die Bestellung des Auftragnehmers zum Organ des Auftraggebers, insbesondere zum Geschäftsführer oder Vorstand, ist nicht Gegenstand des Interim-Managements.

Werkleistungen – Gutachten, Studien, Konzepte, Organisationsanalysen (Werkvertrag):

Der Auftragnehmer schuldet ein definiertes Lieferobjekt gemäß Leistungsbeschreibung. Inhalt, Umfang und Abnahmekriterien werden in Anlage 1 festgelegt. Werkverträge werden nur im Einzelfall und auf ausdrückliche Vereinbarung geschlossen. Der Regelfall ist der Dienstvertrag.

Workshops, Trainings, Audits, Reviews und Vorträge (Dienstvertrag):

Termin, Dauer und Thema werden in Anlage 1 vereinbart. Der Auftragnehmer schuldet ausschließlich die fachgerechte Durchführung, nicht ein bestimmtes inhaltliches Ergebnis, einen bestimmten Lernerfolg beim Teilnehmer oder eine bestimmte Wirkung beim Auftraggeber. Eine Abnahmepflicht besteht nicht.

2.    Der jeweilige Vertragstyp ergibt sich aus dem Einzelvertrag. Im Zweifel gilt die Vereinbarung als Dienstvertrag.

§ 3  Vertragsschluss und Angebote

1.    Angebote des Auftragnehmers sind freibleibend und unverbindlich, sofern sie nicht ausdrücklich als verbindlich gekennzeichnet sind.

2.    Ein Vertrag kommt zustande durch Unterzeichnung des Einzelvertrags, durch Auftragsbestätigung des Auftragnehmers in Textform oder dadurch, dass der Auftraggeber die Leistung des Auftragnehmers entgegennimmt.

3.    Mündliche Absprachen sollen zu Beweiszwecken in Textform bestätigt werden.

§ 4  Mitwirkungspflichten des Auftraggebers

1.    Der Auftraggeber benennt einen verantwortlichen Ansprechpartner mit ausreichenden Entscheidungs-befugnissen und stellt alle zur Leistungserbringung erforderlichen Informationen, Unterlagen, Zugänge und Entscheidungen rechtzeitig bereit.

2.    Verzögerungen, die auf fehlender oder verspäteter Mitwirkung des Auftraggebers beruhen, verlängern vereinbarte Fristen angemessen und gehen nicht zulasten des Auftragnehmers.

3.    Wartezeiten und Mehraufwände durch unzureichende Mitwirkung werden nach tatsächlichem Aufwand gesondert vergütet.

4.    Schäden, die aus unvollständigen oder unzutreffenden Angaben des Auftraggebers entstehen, gehen zu dessen Lasten.

§ 5  Vergütung und Zahlungsbedingungen

1.    Die Vergütung richtet sich nach dem Einzelvertrag. Ein Beratertag umfasst 8 Stunden; begonnene Stunden werden anteilig zu 1/8 des Tagessatzes berechnet. Mehrleistungen außerhalb der vereinbarten Pauschale werden gesondert vergütet. Bei Interim-Management-Mandaten wird die Vergütung in der Regel als Monatspauschale auf Basis vereinbarter Tagessätze und Einsatztage vereinbart; ein gesonderter Stundennachweis ist in diesem Fall nicht erforderlich.

2.    Alle Beträge verstehen sich netto zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer.

3.    Reise- und Übernachtungskosten werden nach tatsächlichem Aufwand erstattet. Beträgt die einfache Fahrtzeit mehr als 60 Minuten, wird die gesamte Reisezeit mit 50 % des anteiligen Tagessatzes (1/8 pro Stunde) vergütet, sofern nichts anderes vereinbart ist.

4.    Rechnungen sind innerhalb von 14 Kalendertagen ohne Abzug zahlbar. Der Auftraggeber gerät nach Ablauf der Zahlungsfrist ohne weitere Mahnung in Verzug. Gesetzliche Verzugszinsen gemäß § 288 BGB gelten.

5.    Befindet sich der Auftraggeber mit einer fälligen Rechnung um mehr als 14 Kalendertage im Verzug und hat der Auftragnehmer schriftlich gemahnt, ist der Auftragnehmer berechtigt, seine Leistung bis zur vollständigen Begleichung der offenen Forderung einzustellen. Der Auftragnehmer haftet nicht für Schäden, die dem Auftraggeber durch eine rechtmäßige Leistungseinstellung entstehen. Die Leistungseinstellung gilt nicht als Kündigung und berührt nicht den Anspruch auf Vergütung für bereits erbrachte Leistungen.

6.    Bei Werkleistungen kann der Auftragnehmer eine Abschlagszahlung von bis zu 50 % des vereinbarten Honorars bei Vertragsschluss verlangen.

7.    Der Auftraggeber kann nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen aufrechnen.

§ 6  Leistungsänderungen und Change Request

1.    Änderungswünsche des Auftraggebers sind in Textform mitzuteilen. Der Auftragnehmer unterbreitet innerhalb angemessener Frist ein Angebot über den Mehraufwand.

2.    Bis zur Einigung ist der Auftragnehmer nicht verpflichtet, die geänderten Leistungen zu erbringen.

3.    Zeitpläne verschieben sich angemessen, wenn sich der Leistungsumfang ändert oder Mitwirkungspflichten verletzt werden.

§ 6a  Einseitige Vertragsänderungen durch den Auftraggeber

1.    Jede wesentliche Änderung des Mandatsinhalts durch den Auftraggeber, insbesondere die Einschränkung oder Erweiterung des Führungsauftrags, die Veränderung der Reportingline oder die Zuweisung zusätzlicher Verantwortungsbereiche, bedarf der vorherigen schriftlichen Vereinbarung mit dem Auftragnehmer.

2.    Einseitige faktische Änderungen des Mandatsinhalts durch den Auftraggeber ohne Zustimmung des Auftragnehmers begründen keinen Anspruch auf Mehrleistung und berechtigen den Auftragnehmer, die zusätzliche Leistung abzulehnen oder gesondert in Rechnung zu stellen. Besteht der Auftraggeber auf einer wesentlichen Änderung im Sinne von Nr. 1, die der Auftragnehmer abgelehnt hat, ist der Auftragnehmer berechtigt, das Vertragsverhältnis außerordentlich mit einer Frist von 2 Wochen zu kündigen.

3.    Wesentliche Änderungen im Sinne dieser Klausel sind insbesondere: Wechsel des Berichtsempfängers auf eine hierarchisch niedrigere Ebene, Entzug von Entscheidungs- oder Personalkompetenzen, die in Anlage 1 vereinbart wurden, sowie die gleichzeitige Zuweisung eines weiteren Interim-Managers in denselben Verantwortungsbereich.

§ 7  Laufzeit und Kündigung

1.    Die Vertragslaufzeit ergibt sich aus dem Einzelvertrag. Unbefristete Verträge können mit einer Frist von 4 Wochen zum Monatsende gekündigt werden.

2.    Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor bei schwerwiegender Verletzung von Mitwirkungspflichten und Zahlungsverzug von mehr als 30 Tagen trotz Mahnung.

3.    Bereits erbrachte Leistungen sind auch bei vorzeitiger Beendigung anteilig zu vergüten.

4.    Kündigt der Auftraggeber einen Werkvertrag ohne wichtigen Grund, richtet sich der Vergütungsanspruch des Auftragnehmers nach § 648 BGB.

§ 8  Abnahme bei Werkleistungen

1.    Nach Fertigstellung fordert der Auftragnehmer den Auftraggeber in Textform zur Abnahme auf. Der Auftraggeber nimmt das Lieferobjekt innerhalb von 10 Werktagen nach Zugang der Aufforderung ab oder benennt innerhalb dieser Frist wesentliche Mängel in Textform. Geschieht beides nicht, gilt die Leistung als abgenommen. Der Auftragnehmer weist in der Aufforderung auf diese Rechtsfolge hin.

2.    Unwesentliche Mängel berechtigen nicht zur Verweigerung der Abnahme. Wesentliche Mängel werden innerhalb angemessener Frist beseitigt.

§ 9  Vertraulichkeit

1.    Beide Parteien behandeln alle nicht offenkundigen Informationen aus der Zusammenarbeit vertraulich und verwenden sie ausschließlich zur Vertragserfüllung.

2.    Nicht vertraulich sind Informationen, die allgemein bekannt waren, rechtmäßig bereits bekannt waren oder rechtmäßig von Dritten erlangt wurden.

3.    Die Vertraulichkeitspflicht gilt für 3 Jahre nach Vertragsende fort.

4.    Die Vertraulichkeitspflicht gilt nicht, soweit eine Partei gesetzlich, gerichtlich oder behördlich zur Offenlegung verpflichtet ist. Die offenlegende Partei informiert die andere Partei hierüber vorab, soweit dies rechtlich zulässig ist.

§ 10  Referenzen

1.    Der Auftragnehmer darf den Auftraggeber nur nach vorheriger ausdrücklicher schriftlicher Zustimmung als Referenz nennen.

2.    Eine Nutzung von Logos, Marken, Projektinhalten oder Fallstudien zu Werbezwecken bedarf ebenfalls der vorherigen schriftlichen Zustimmung.

§ 11  Urheberrecht und Nutzungsrechte

1.    Mit vollständiger Vergütung erhält der Auftraggeber an den Arbeitsergebnissen ein einfaches, zeitlich und räumlich unbeschränktes Nutzungsrecht für interne Zwecke. Die Weitergabe an mit dem Auftraggeber verbundene Unternehmen im Sinne der §§ 15 ff. AktG, an zur Verschwiegenheit verpflichtete Berater des Auftraggebers sowie an bestehende oder potenzielle Investoren, finanzierende Banken und Fördermittelgeber ist zulässig, sofern diese zur Vertraulichkeit verpflichtet sind. Arbeitsergebnisse, die im Rahmen eines Interim-Managements für den laufenden Geschäftsbetrieb des Auftraggebers entstehen, insbesondere Lastenhefte, Projektpläne, Spezifikationen und Lieferantenvorgaben, darf der Auftraggeber uneingeschränkt für seine Geschäftszwecke nutzen, bearbeiten und an Dritte weitergeben. Das Urheberrecht verbleibt beim Auftragnehmer.

2.    Im Übrigen bedarf eine Weitergabe an Dritte oder eine Veröffentlichung der vorherigen Zustimmung des Auftragnehmers in Textform.

3.    Vorbestehende Methoden, Vorlagen, Tools, Frameworks und Know-how des Auftragnehmers bleiben ausschließlich dessen Eigentum. Bei Nichtzahlung des vereinbarten Honorars erlischt das Nutzungsrecht an den Arbeitsergebnissen.

§ 12  Haftung

1.    Der Auftragnehmer haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, bei Schäden aus der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit, bei Übernahme einer Garantie sowie nach dem Produkthaftungsgesetz.

2.    Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Auftragnehmer nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten. Wesentliche Vertragspflichten sind solche, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Auftraggeber regelmäßig vertrauen darf. In diesem Fall ist die Haftung auf den vertragstypischen, bei Vertragsschluss vorhersehbaren Schaden begrenzt, höchstens jedoch auf 1.000.000 EUR je Schadensfall.

3.    Die vorstehenden Haftungsbeschränkungen gelten auch zugunsten der Erfüllungsgehilfen des Auftragnehmers.

4.    Der Auftragnehmer unterhält eine angemessene Vermögensschaden-Haftpflicht- und Betriebshaftpflichtversicherung. Ein Nachweis wird auf Anfrage erbracht.

5.    Schadensersatzansprüche des Auftraggebers wegen einfacher Fahrlässigkeit verjähren in einem Jahr ab dem gesetzlichen Verjährungsbeginn. Dies gilt nicht in den Fällen des Absatzes 1.

§ 13  Datenschutz

1.    Beide Parteien beachten die jeweils anwendbaren Datenschutzvorschriften, insbesondere die DSGVO.

2.    Soweit der Auftragnehmer personenbezogene Daten im Auftrag des Auftraggebers verarbeitet, schließen die Parteien vor Beginn der Verarbeitung eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung gemäß Art. 28 DSGVO ab. Der Auftraggeber bleibt Verantwortlicher.

§ 14  Schlussbestimmungen

1.    Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG).

2.    Erfüllungsort für die Leistungen des Auftragnehmers ist der im Einzelvertrag vereinbarte Einsatzort, für Zahlungen Offenburg. Ist der Auftraggeber Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen, ist Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus dem Vertragsverhältnis Offenburg. Der Auftragnehmer ist berechtigt, den Auftraggeber auch an dessen allgemeinem Gerichtsstand zu verklagen.

3.    Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.

4.    Änderungen dieser AGB bedürfen mindestens der Textform. Individuelle Vereinbarungen im Einzelvertrag haben stets Vorrang.

IgnovaTec  |  Anton-Scherer-Straße 3a, 77656 Offenburg  |  f.gronwald@ignovatec.com  |  USt-IdNr.: DE461778674